Was ist ein Tattoo ? Eine Tätowierung ist, einfach gesagt, das Einbringen von Farbpigmenten in die Haut mit Hilfe einer oder mehrerer Nadeln. Zuerst wird die Haut desinfiziert, eventuell rasiert und das gewünschte Motiv wird meist mit Hilfe einer Schablone auf die Haut übertragen. So kann kontrolliert werden, ob das Motiv an der richtigen Stelle sitzt und ob die Größe den Erwartungen entspricht. Ist alles in Ordnung wird damit begonnen, die "outlines" - den Umriß des Motivs- mit der Maschine nachzugehen. Danach werden die Schattierungen gesetzt, um das Bild räumlich erscheinen zu lassen. Anschließend werden die Farben in die Haut gebracht. Am Ende wird das Tattoo nochmals desinfiziert und medizinisch versorgt, d.h. ein provisorischer Verband wird angelegt. Tut das weh ? Die Schmerzempfindlichkeit aller Menschen ist sehr unterschiedlich. So wie Hitze und Kälte unterschiedlich empfunden wird, so ist dies auch beim Schmerz. Die Einen empfinden das Tätowieren als ein Kitzeln, ein Vibrieren, andere als eine Art Schneiden oder wie einen leichten Elektrostoß, wieder andere haben echte Schmerzen. Wir persönlich empfinden das Tätowieren durchaus als Schmerz, der aber auszuhalten ist, wenn man es wirklich will. Das Schmerzempfinden ist je nach Körperstelle sehr verschieden. Allgemein kann man sagen, daß alle Hautflächen, die innen liegen oder worunter viele Nerven verlaufen, so wie Arminnenseite, Kniekehle, Bauch etc. und alle Stellen, die knochig sind, wie Ellenbogen, Rücken etc. schmerzhafter sind als z.B die Armaussenseiten. Natürlich hat auch jeder Mensch sein Limit, wie lange er Schmerzen erdulden kann. Dies können dreissig Minuten oder auch sechs Stunden sein. Etwa 5-10 min. nachdem begonnen wurde zu tätowieren erscheint vielen die tätowierte Körperstelle fast ein wenig taub, also unempfindlicher, was früher oder später aber leider wieder nachläßt. Trotz allem: Wer wirklich ein Tattoo will, der wird den Schmerz als OK empfinden und später voller Stolz vor dem Spiegel stehen. Nicht nur der Stolz, ein schönes Bild zu tragen, sondern auch der Stolz, den Schmerz ertragen zu haben. Und: Was sind schon ein paar Stunden Schmerz für ein ganzes Leben voller Schönheit. Was ist Piercing ? Piercen ist das Durchlöchern verschiedener Körperteile mit Hilfe einer Hohlnadel, um Schmuck anzubringen.Es gibt mannigfaltige Möglichkeiten, um seinen Körper auf diese Art zu verzieren. So kann zum Beispiel allein im Gesicht die Zunge, die Lippe, das Kinn, die Nasenwurzel, die Augenbraue, die Wange, die Ohrmuschel und der Ohrknorpel gestochen werden. Weitere beliebte Piercings sind die Brustwarzen ( Hof oder Warze) und der Bauchnabel. Im Genitalbereich sind es bei der Frau die Klitoris, die Klitorisvorhaut, die inneren und äußeren Schamlippen und beim Mann die Vorhaut, die Hoden und die Eichel. Besonders bekannt ist dabei der "Prinz Albert", wo ein Ring durch die Harnröhre geht, der dann am Bändchen der Vorhaut wieder austritt. Piercing Schmuck ist in vielen Formen, Farben, Stärken und Materialien erhältlich. Der übliche Schmuck besteht aus V4A-Edelstahl, der nickelfrei (Allergie!) ist.Für Allergiker ist ausserdem Gold -und Titanschmuck im Handel.Beim Piercen ist, ebenso wie beim Tätowieren, peinlichst genau auf Hygiene zu achten. Das Arbeitsmaterial und der einzusetzende Schmuck muß sterilisiert werden, die Hautfläche muß desinfiziert werden und der Piercer hat Handschuhe zu tragen. Biotattoos "Biotattoos",auch "Timetattoos" oder "Temptattoos" genannt, sollen Tätowierungen sein, die nach mehreren Jahren verschwinden. Warum zeigen so viele Menschen Interesse daran?? Sicherlich ist dieser Gedanke für viele sehr reizvoll, da sie Angst haben vor dem Endgültigen einer "richtigen " Tätowierung; Angst, die Motivauswahl falsch getroffen zu haben- es schlicht und einfach zu bereuen...Die Vorstellung, sein Leben evtl. einmal völlig anders gestalten zu wollen und das Bewußtsein, daß eine Tätowierung evtl. auch den beruflichen und / oder sozialen Werdegang beeinflussen könnte spielt sicher ebenso eine Rolle beim Zweifeln am endgültigen Tattoo, wie die von Tätowierern immer wieder gehörte Aussage : " Wie soll denn das Tattoo später noch schön aussehen, wenn meine Haut alt und faltig ist ? " Allerdings stellt sich hier die Frage, ob es nicht völlig egal ist, ob diese ohnehin dann nicht mehr unbedingt ansehnliche Haut dann auch noch bunt ist... Wer macht Biotattoos und wie wird erklärt, warum sie, je nach Aussage des Biotattooisten, nach 3, 5 oder 7 Jahren verschwinden sollen ? Biotattoos werden meist von Kosmetikern, Friseuren und " angeblichen Biotattooisten " angeboten. Als neuer Trend schon seit Jahren von sämtlichen Medien publiziert und als Modeacessoire dargestellt, ist es nur logisch, daß alle, die sich nicht eingehend mit dem Thema Tätowierung und Aufbau der Haut beschäftigen reges Interesse zeigen. Wie also wird nun erklärt, warum diese " Biotattoos " nach einigen Jahren verschwinden sollen ? Meist wird dies mit der Stichtiefe begründet - angeblich würden die Pigmente genau 0, 04 mm in die Haut eingebracht, also nur die Oberhaut betreffen und sich demnach über die Jahre " abbauen ", bis es vollständig verblasst sei... Warum ist das nicht möglich ? Die Haut besteht, grob gesehen, aus 3 Schichten : a ) Die Oberhaut ( Epidermis ) - Sie ist zwischen 0, 04 und 1, 5 mm dick und ihre Zellen erneuern sich durchschnittlich alle 28 Tage. Das bedeutet allerdings, daß, wenn die Pigmente lediglich dort eingebracht würden, das Biotattoo nach 28 Tagen und nicht, wie versprochen, nach 3, 5,oder 7 Jahren verschwinden müsste ! Da die Oberhaut außerdem je nach Körperstelle unterschiedlich dick ist, ist es überhaupt nicht möglich, immer in die exakt gleiche Tiefe zu stechen . Das Resultat sieht dann meist so aus, daß die Pigmente teilweise innerhalb von 28 Tagen, teilweise nie abgestossen werden, so daß die Linien des Bildes meist relativ früh lückenhaft und die Farben matt und blass aussehen . Das Biotattoo sieht also von Anfang an nicht gerade ansehnlich aus und ist in keiner Weise mit der Qualität einer Profitätowierung zu vergleichen !! Also : Alles, was nicht nach 28 Tagen verschwindet, sprich nur in der Epidermis eingelagert ist, bleibt für immer ! b ) Die Lederhaut ( Dermis ) - Sie versorgt sich und die Oberhaut mit Nährstoffen . In ihr befinden sich auch die Haarwurzeln und Talgdrüsen, welche in die Oberhaut hineinragen . In die Lederhaut, die keinem 28 - tägigen Regenerationsprozess unterliegt, werden die Pigmente einer " richtigen " Tätowierung eingebracht . In ihr liegen die Papillarkörper, die die eingebrachten Pigmente einkapseln . Alle hier eingebrachten Pigmente können nur durch operative Verfahren ( s. Thema Tattoo - Entfernung ) entfernt werden. c ) Die Unterhaut ( Subkutis ) Ein anderes Argument, welches Biotattooisten immer wieder Ihren Kunden auftischen wollen, ist das der sogenannten Ökofarben, welche mit der Zeit verblassen sollen... Tja, da fragt man sich doch, warum irgendwelche Pigmente so kontrolliert über einen best. Zeitraum verblassen sollten . Gibt es eine Art " Zaubertinte ", die die genau dann verschwindet, wenn exakt 3 oder 5 Jahre um sind ? Sicherlich nicht, denn ein solches Verblassen würde je nach Hauttyp individuell verlaufen und wäre dementsprechend nicht vorhersehbar . Abgesehen davon würden wir professionelle Tätowierer rein geschäftsmässig sicherlich auch solche " Biotattoos " anbieten, da diese in der Regel recht teuer bezahlt werden müssen ! Wäre es also möglich Tattoos auf Zeit anzubieten wären wir professionellen Tätowierer schon verdammt blöde, dies nicht anzubieten, da wir unseren Kundenstamm erheblich vergrößern könnten und doppelt soviel Geld verdienen könnten ! Fazit 1. Alles, was nach ca. 28 Tagen nicht verschwunden ist, bleibt für immer ! 2. Die " Biotattoos " , die wir im Laufe der Jahre bei Kunden besichtigen durften, sahen, meist noch relativ frisch, schon katastrophal aus - die Linien waren meist zu dünn und zitterig ( da in der Regel dieselben Geräte, wie beim Permanent - Make - Up benutzt werden ), die Farben von Anfang an blass und stumpf . 3. Diese angeblichen " Biotattoos " müssen meist mit horrenden Geldsummen bezahlt werden . 4. Eine Ausrüstung für Biotattoos kann jeder käuflich erwerben . Meist wird ein Blanko - Zertifikat mitgeliefert, in welches man nur noch seinen eigenen Namen eintragen muß, um ein professioneller Bio - Tattooist zu sein . 5. Laserspezialisten und Dermatologen können nicht bestätigen, daß Biotattoos nach 3,5 oder 7 Jahren verschwinden könnten ! D. h., alle Laserspezialisten können sich in den nächsten Jahren über klingelnde Kassen freuen . 6. Die einzige Möglichkeit, seine Haut nur auf Zeit zu verschönern liegt darin, auf Abziehbilder, Hennabemalung oder Bodypainting umzusteigen . Lasst Euch nicht verarschen ! Wenn der Bio - Tattooist bereit ist, mit Euch einen Vertrag abzuschließen, in dem er garantiert, daß das Tattoo nach ... Jahren verschwindet und außerdem bereit ist, falls nicht, eine satte Konventionalstrafe an Euch zu bezahlen und / oder die teure und aufwendige Entfernung nebst Schmerzensgeld - und dies alles mit seiner Unterschrift und seinen Personalien bestätigt - gut. Aber das werdet Ihr höchstwarscheinlich nicht erleben - es sei denn, der Biotattooist ist wirklich so blöd, daß er an sein Märchen vom vergänglichen Tattoo glaubt ! Das bedeutet dann allerdings, daß er sich nicht wirklich mit dem Thema Haut beschäftigt hat, was nicht besonders vertrauenserweckend ist, oder ?? Also Finger weg von Biotattoos !!!! Urteil zum Thema Biotattoo: Immer wieder war in einschlägigen Medien bereits davor gewarnt worden, daß sog. "Biotattoos", welche nach einer gewissen Zeit von selbst verschwinden, Humbug sind. Belegt wurde diese Sichtweise durch Aussagen renommierter Fachleute. Nun hat auch die deutsche Justiz erkannt, daß "Biotattoos" nichts weiter als eine Lüge sind. Das Amtsgericht Trier verurteilte eine "Biotätowiererin" zu einem Schmerzensgeld i.h.V. DM 5.000,00 (Amtsgericht Trier, Aktenzeichen 7C 233/99). Eine Kundin hatte sich bei der "Biotätowiererin" ein "Biotattoo" stechen lassen, welches - wie nicht anders zu erwarten war - nicht verschwand. Lt. Aussage verschiedener "Biotätowierer" wird die Farbe bei diesem Verfahren nur in die obere Hautschicht eingebracht, so daß das "Tattoo" nach einigen Jahren wieder verschwindet. Ein Gutachter stellte nun jedoch fest, daß "Farbpigmente, die lediglich in die obere Hautschicht eingebracht seien, innerhalb von vier Wochen durch den Prozeß der Hauterneuerung völlig verschwinden würden". Da dies in diesem konkreten Fall nicht geschah, müssen sich die Pigmente in tieferen Hautschichten befingen. Damit ist sicher, daß diese Farbpigmente nicht mehr verschwinden können. Die Redaktion des Tattoonet und Nightliner Tattoo Berlin begrüßen dieses wichtige, längst überfällige Urteil und hofft, daß damit über kurz oder lang der Humbug mit den "Biotattoos" ein Ende haben wird. Zwar bleibt die Frage offen, ob das der geneppten Kundin zugesprochene Schmerzensgeld für eine Laserentfernung des "Biotattoos" ausreicht, jedoch sind wir der Meinung, daß diese Summe durchaus für ein professionelles Cover-Up reichen kann. Weiteren Opfern der sei geraten, sich mit einem Rechtsanwalt in Verbindung zu setzen, um unter Bezug auf das o.g. Urteil ein ähnliches Verfahren anzustreben. |